RHB Hof

Bezeichnung des Projektes: Antiesen, Wasserverband Antiesen, Rückhaltebecken Hof

Status: Fertige Maßnahme

Wasserverband AntiesenKarte: Rückhaltebecken Hof

Veranlassung:

Die Hochwässer der Antiesen im Jahre 1954 führten zu Teilregulierungen in besonders betroffenen Siedlungsgebieten. Die Summe der im Gesamteinzugsgebiet der Antiesen erfolgten Veränderungen zeigte jedoch eine zunehmende Verschärfung der Abfluss-Situation – der natürliche Rückhalt im Einzugsgebiet ging zusehends verloren. Die linearen Hochwasserschutzbauten, die vor Jahrzehnten entlang der Gewässer errichtet wurden, boten keinen ausreichenden Schutz mehr vor den Hochwässern. Es wurde daher eine umfassende Abflussuntersuchung und Abflussordnung für das gesamte Einzugsgebiet der Antiesen erstellt. Mit der Gründung des Wasserverbandes Antiesen im Jahre 1997, dem 21 Gemeinden im gesamten Einzugsgebiet der Antiesen angehören, wurde die rechtliche Grundlage einer einheitlichen Bauherrschaft für überregionale Planungen und Ausführungen von Hochwasserschutzbauvorhaben geschaffen. Beim Hochwasser 2002 wurden von Neuhofen bis zur Antiesenmündung mehr als 700 Wohn- und Wirtschaftsobjekte direkt betroffen und rund 250 ha wurden überflutet.

Projektziel:

Durch 3 Hochwasser-Rückhaltebecken oberhalb von Ried i.I. (in den Gden. Pattigham, Neuhofen und Hohenzell) soll mit einem künstlichen Rückhalt der abfließenden Hochwässer durch Aufstau in den Becken der Hochwasserablauf eines 100-jährlichen Ereignisses auf ein mindestens 30-jährliches Ereignis reduziert werden. Das Rückhaltebecken Hof spielt die zentrale Rolle, es kann jedoch ein Schutz vor Hochwässern für das Antiesental nur im Zusammenwirken aller geplanten Hochwasserschutzmaßnahmen erreicht werden.

Luftbild Rückhaltebecken Hof

Kurzbeschreibung:

Für das Rückhaltebecken Hof wurde ein Erddamm mit einer größten Basisbreite von 61 m errichtet. Der Damm besteht aus einem Dichtkörper und einem Stückkörper mit einer max. Höhe von 10,6 m über Gelände und einer Gesamtlänge von 476 m. Das Rückhaltevolumen beträgt 756.000 m3. Die Anlage ist so konzipiert, dass 100-jährliche Hochwässer der Oberach in Pattigham zurückgehalten werden können. Den hohen Ansprüchen der Sicherheit des Dammes dienen eine 70 m breite Hochwasserentlastung für Ereignisse über einer 100-jährlichen Häufigkeit und auch eine Reihe von technischen Auflagen der Behörden und der Staubeckenkommission des Bundes, welche sowohl für den Bau wie auch für die Instandhaltung ihre Berücksichtigung fanden. Von den Grundeigentümern wurden für das Rückhaltebecken rund 28 ha landwirtschaftlicher Nutzgrund an den Wasserverband verkauft. Die Errichtung dieser Hochwasser-Rückhalteanlage stellt zwar aus Sicht der hydrobiologischen Sachverständigen generell einen Eingriff in das Ökosystem des Gewässers dar, dies wurde jedoch durch eine Reihe von Begleitmaßnahmen und die Durchwanderbarkeit für aquatische Organismen die negativen Eingriffe kompensiert.

Panorama Rückhaltebecken Hof - Bild 1Lageplan Rückhaltebecken Hof - Bild 2
  • Bodenstabilisierung Rückhaltebecken Hof
  • Bodenstabilisierung
  • Hochwasserentlastung Rückhaltebecken Hof
  • Hochwasserentlastung
  • Dammbau Rückhaltebecken Hof
  • Dammbau
  • Grundablass Rückhaltebecken Hof
  • Grundablass
  • Neu angelegte Oberach - Bild 1
  • Neu angelegte Oberach
  • Neu angelegte Oberach - Bild 2
  • Probestau - Bild 1
  • Probestau 02.03.2009 bis 05.03.2009
  • Probestau - Bild 2
  • Eröffnung Bild 1
  • Eröffnung am 14. Juni 2009
  • Eröffnung Bild 2
Daten und Fakten des Projektes:
Bauherr:
Wasserverband Antiesen
Planung:
Ingenieurbüro Wölfle ZT-GmbH, 5020 Salzburg
Ausführung:
Gewässerbezirk Braunau
Bauzeit:
November 2006 bis Dezember 2008
Finanzierung:
Bund 50 % – Land OÖ. 45 % – WV-Antiesen 5 %
Baukosten:
5,1 Mill. EUR